Als Schuhputzer oder Bettler Geld gesammelt

Als Schuhputzer oder Bettler Geld gesammelt

Als Schuhputzer oder Bettler Geld gesammelt

Oberstufenschüler beteiligten sich an der terre des hommes Aktion „Sichtwechsel“ und machten auf dem Wochenmarkt auf das Elend vieler Straßenkinder aufmerksam.

Achim. Sich einmal wie ein Straßenkind fühlen. Als Bettler auf Almosen der Passanten angewiesen zu sein, Schuhe oder Windschutzscheiben zu putzen. 14 Oberstufenschüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums wissen seit Sonnabend, wie sich so etwas anfühlen kann. Sie beteiligten sich an der deutschlandweiten terre des hommes Aktion „Sichtwechsel“ und machten auf dem Wochenmarkt Passanten auf das tägliche Elend vieler Kinder und Jugendlicher in den Ländern der dritten Welt aufmerksam.

„Anlass ist ein besonderer Jahrestag, denn vor 20 Jahren hat die UNO die Kinderrechtskonvention beschlossen, die allen Minderjährigen weltweit gleiche Rechte zusichern soll. In vielen Ländern werden die Kinderrechte jedoch immer noch massiv verletzt“, sagt Lehrerin Ulrike Kompch. Sie hatte die Aktion gemeinsam mit den Schülern des 13. Jahrgangs organisiert.

Immer als die Ampel an der Ecke Feldstraße und Obernstraße rot zeigte, war die Zeit für Daniel Köhn, Alexander Gudat und Thomas Dey gekommen. Mit Sprühflaschen und Putzlappen in den Händen liefen sie auf die Fahrbahn um haltenden Autos die Frontscheiben zu reinigen. Doch die meisten Autofahrer winkten beim Anblick des Trios energisch und teils entsetzt ab. Nur Gelegentlich konnten die drei Gymnasiasten eine Scheibe schrubben. Dafür steckten die Fahrer Münzen in eine Spendenbüchse von terre des hommes.

Beispielsweise Birgit Frohne. Sie stieg in der Rotphase sogar extra aus ihrem Wagen aus, um ihre Handtasche mit Portemonnaie aus dem Kofferraum zu holen. „Ist ja für einen guten Zweck“, so die Achimerin und steckte drei Euro in die Spendendose. „Wenn die Fahrer über unsere Aktion Bescheid wissen, dann verhalten sie sich uns gegenüber höflich und haben bis zu fünf Euro gespendet. Wissen sie nichts über das Projekt, dann reagieren sie sehr abweisend“, sagt Daniel Köhn.

Geld für die Spendensammlung wurde außerdem beim Schuhputzen auf dem Bibliotheksplatz verdient. Hier wartete Nina Greve auf Laufkundschaft. Doch viele Stiefel hatte die Schülerin nicht zu putzen. „Viele Marktbesucher wollen unsere Schuhcreme nicht an ihre Schuhe lassen“, erzählt Nina Greve. Trotzdem kamen während des Vormittags einige Euro zusammen.

Viel weniger Aufmerksamkeit zogen die beiden Bettler vor dem Rathaus auf sich. Zwar schielten viele Passanten kurz zur Seite, doch ein Blickkontakt oder Gespräch kam kaum zustanden. Schnellen Schrittes eilten die meisten Marktbesucher an den jungen Männern vorbei. „Die Beine tun langsam weh“, sagt Lennart Siemann.„Die Blicke sind nicht schön“, sagt Marius Winkelmann.

Möglichst viele Passanten über die Aktion „Sichtwechsel“ zu informieren war die Aufgabe von Fabienne Biese und Patrick Heym. Sie hatten einen Info-Stand aufgebaut. Dort waren auch zwei Wunschbäume aufgestellt. Der eine zeigte die Wünsche Achimer Kinder. Beispielsweise Fahrräder, Puppen und Spielekonsolen. Die andere Pflanze war mit den Wünschen von Straßenkindern übersät. Spielzeug und Luxusgüter fehlten, vielmehr sehnten sich die Straßenkinder nach Dingen wie Nahrung,  Liebe und Sicherheit.

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