Achim. Schneeglatte Fahrbahnverhältnisse haben am Mittwochabend auf der A 27 zu schweren Verkehrsunfällen geführt. Binnen zwei Stunden verunglückten vier Lkw-Fahrer. Auch ein Kleintransporter und ein Pkw waren beteiligt. Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt über 330.000 Euro.
Der erste und wohl folgenschwerste Unfall ereignete sich gegen 18.40 Uhr zwischen der Rastanlage Langwedel und der Anschlussstelle Achim-Ost. Dort verunfallte ein Autotransporter. Ein mit vier fabrikneuen Opel Insignia beladener Anhänger kippte auf die Mittelschutzplanke und blockierte den Überholfahrstreifen. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Anhänger und die Neufahrzeuge dürften nur noch Schrottwert besitzen. Schaden: 150.000 Euro.
Nahezu zeitgleich kam es auch auf der Gegenfahrbahn zu einem Unfall. Hier stellte sich ein Sattelzug quer. Die Zugmaschine durchbrach die rechte Schutzplanke und rutschte in den Seitenraum, ein Sprinter und ein Pkw fuhren in die Unfallstelle – ohne Verletzte, aber mit 70.000 Euro Schaden.
Eine halbe Stunde später der nächste Unfall: Zwischen den beiden Achimer Anschlussstellen verunfallte ein in Richtung Süden fahrender Gliederzug. Der mit mehreren Tonnen Glasflaschen beladene Anhänger legte sich auf die Seite. Dabei riss die Deichsel ab. Die notwendigen Bergungsarbeiten zogen sich deswegen über Stunden hin, weil die Ladung aufwendig von Hand geborgen werden musste. Schaden: 60.000 Euro.
Der nächste Unfall ereignete sich gegen 20.30 Uhr in Höhe der Anschlussstelle Verden-Ost. Erneut kam ein Lkw-Fahrer auf der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen. Dabei rissen die Bremsleitungen seines Gliederzuges ab, so dass auch er seine Fahrt nicht mehr fortsetzen konnte. Der Brummi musste mit Hilfe eines Bergungsunternehmens abgeschleppt werden. Die Straßen- und Autobahnmeisterei richtete eine Vollsperrung ein. Auch in diesem Fall zog sich die Bergung über mehrere Stunden hin. Schaden: 50.000 Euro.
Wegen der Bergungsmaßnahmen kam es ab Achim-Nord bzw. Verden-Ost in beiden Fahrtrichtungen zu kilometerlangen Rückstaus. Die Staulänge Höhe Verden-Ost betrug zwei, die zwischen Bremer Kreuz und Achim-Nord sogar acht Kilometer. Am Stauende zwischen Bremer Kreuz und Achim-Nord ereignete sich um kurz nach 20.30 Uhr der vorerst letzte Unfall. Eine Fahranfängerin aus der Gemeinde Langwedel erkannte das Stauende zu spät und fuhr unter das Heck eines polnischen Sattelzuges. Trotz heftigen Aufpralls blieb die junge Frau unverletzt. An ihrem Auto entstand allerdings Totalschaden in Höhe von 4.000 Euro. Die Fahrerin kam mit dem Schrecken davon.