Bollen. Ein Ölteppich hat am Samstag für fast zwei Stunden den Binnenschiffverkehr zwischen der Schleuse Etelsen und dem Weserwehr Hastedt lahmgelegt. Zeitweise setzte die Wasserschutzpolizei zur Erkundung sogar einen Hubschrauber ein.
Um kurz vor 11 Uhr hatte ein Sportbootfahrer in Höhe der Ortschaft Bollen den schmierigen Film auf dem Fluss entdeckt und die Feuerwehr verständigt. Neben Brandschützern aus Uphusen, Baden und Verden rückte die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Otterstedt an. Weit mehr als 100 Einsatzkräfte gingen an zwei Uferbereichen in Stellung.
Da sich der Ölfilm stetig in Richtung Bremer Landesgrenze bewegte, steuerte auch ein Gefahrgutberater der Berufsfeuerwehr Bremen den Bollener Weserdeich an.
Von mehreren Booten aus erkundeten Helfer die Lage. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, forderte die Wasserschutzpolizei einen Hubschrauber an. Polizisten, begleitet vom Einsatzleiter der Feuerwehr, flogen die Wasserstraße in geringer Höhe ab. Da bei Bollen mehrere Campingplätze an die Weser grenzen, versammelten sich schnell Hunderte Schaulustige auf den Deichen.
Die Erkundung aus der Luft und per Boot ergab, dass nur ein leichter Ölfilm auf der Weser flussabwärts trieb. Ölsperren mussten nicht mehr aufwendig zwischen den Weserufern aufgebaut werden – die Einsatzkräfte konnten abrücken. Die Herkunft des Ölfilms konnte noch nicht geklärt werden. „Es waren wohl zu viele Schwimmer mit Sonnencreme unterwegs“, sagten einige Feuerwehrleute.